NÜRNBERG / MÜNCHEN | 5. November 2026 — In einem Nürnberger Großmarkt haben Ermittler eine große Menge Kokain entdeckt, die in Bananenkartons versteckt war. Die sichergestellten Drogen haben nach derzeitiger Schätzung einen Straßenverkaufswert von rund 20 Millionen Euro.
Ausgangspunkt war ein Einbruchsversuch, der am Montag, 2. November 2026, bei der Polizei gemeldet wurde. Im Zuge der anschließenden Ermittlungen geriet eine Obstlieferung in den Fokus.
Auffälliges Gewicht führte zum Drogenfund
Da es wiederholt Hinweise auf Kokainschmuggel in Obstlieferungen aus Südamerika gibt, wurden Spezialisten der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Nordbayern (GER Nordbayern), des Zollfahndungsamtes München und des Bayerischen Landeskriminalamtes hinzugezogen.
Bei der Kontrolle von Bananenkartons, die für den Weitertransport an den Lebensmitteleinzelhandel vorbereitet wurden, meldete ein Mitarbeiter des Fruchthandelsunternehmens eine Auffälligkeit: Ein Karton war ungewöhnlich schwer.
Nach dem Öffnen und Entfernen der Bananen entdeckten die Ermittler mehrere Kokainpakete.
50 Paletten durchsucht – Drogen im Wert von 20 Millionen Euro
Daraufhin wurde die Kontrolle erheblich ausgeweitet. Mit Unterstützung von Polizeikräften aus Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken sowie der Bereitschaftspolizei und des Zolls untersuchten die Einsatzkräfte zahlreiche Kartons auf insgesamt 50 Paletten.
Dabei kamen weitere Drogenpakete zum Vorschein. Am Ende der Durchsuchung belief sich die sichergestellte Menge auf mehr als 300 Kilogramm Kokain.
Den geschätzten Straßenverkaufswert beziffern die Ermittler auf rund 20 Millionen Euro.
Spur führt von Ecuador über Vlissingen nach Nürnberg
Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die betroffenen Kartons mit einem Frachtschiff aus Ecuador zum niederländischen Hafen Vlissingen transportiert.
Von dort gelangte die Lieferung weiter nach Nürnberg.
Die Ermittlungen zum Kokainfund führt die GER Nordbayern unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth.
Wer steckt hinter dem Einbruchsversuch?
Weiterhin ungeklärt ist, wer den Einbruchsversuch in dem Großmarkt unternommen hat und welches Ziel die Beteiligten verfolgten.
Ob ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Einbruchsversuch und der Kokainlieferung besteht, ist bislang nicht nachgewiesen.
Die Ermittlungen zu dem versuchten Einbruch liegen weiterhin bei der zuständigen Nürnberger Kriminalpolizei.
Zeugen können sich beim Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter 0911 / 2112 - 3333 melden.