
Alzheimer vorbeugen: Gehirn aktiv halten
Alzheimer vorbeugen: Wie geistige Aktivität die Gehirngesundheit unterstützen kann und welche frühen Warnzeichen wichtig sind.
GESUNDHEIT | ALZHEIMER | NEUROLOGIE
Eine neue Sprache lernen, ein Musikinstrument spielen oder geistig anspruchsvolle Aufgaben lösen – solche Aktivitäten können die Gehirngesundheit auch im höheren Alter unterstützen. Fachleute weisen zugleich auf frühe Warnzeichen wie wiederholte Fragen und zunehmende Schwierigkeiten im Alltag hin.
Die Gesundheit des Gehirns zu fördern, ist in jedem Lebensalter wichtig. Fachleute aus der Neurologie betonen, dass geistig anspruchsvolle Aktivitäten dazu beitragen können, kognitive Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten.
Wer eine Fremdsprache lernt, ein Musikinstrument ausprobiert, Sudoku löst oder regelmäßig Gedächtnisübungen macht, fordert unterschiedliche Bereiche des Gehirns. Allerdings ist wissenschaftlich nicht belegt, dass solche Aktivitäten allein eine Alzheimer-Erkrankung sicher verhindern können. Für die Gehirngesundheit spielen auch körperliche Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und soziale Kontakte eine wichtige Rolle.
Wiederholte Fragen können ein frühes Warnzeichen sein
Vergesslichkeit wird bei älteren Menschen häufig zunächst als normale Begleiterscheinung des Alterns angesehen. Da Alzheimer meist schleichend beginnt, können erste Veränderungen lange unbemerkt bleiben. Menschen mit einer hohen geistigen Leistungsfähigkeit sind unter Umständen in der Lage, anfängliche Einschränkungen über längere Zeit auszugleichen.
Im weiteren Verlauf können jedoch Wortfindungsstörungen, das häufige Verlegen von Gegenständen und das wiederholte Stellen derselben Fragen auffallen. Wenn diese Schwierigkeiten zunehmen und den Alltag beeinträchtigen, ist eine neurologische Untersuchung sinnvoll.
Alzheimer-Risiko steigt mit zunehmendem Alter
Das Lebensalter gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Alzheimer-Erkrankung. In fachlichen Einschätzungen werden für die Altersgruppe von 60 bis 69 Jahren etwa 300 Fälle pro 100.000 Menschen genannt. Zwischen 70 und 79 Jahren liegt der angegebene Wert bei rund 3.200 pro 100.000. Nach dem 80. Lebensjahr können es mehr als 10.000 pro 100.000 sein. Diese Angaben bedeuten nicht, dass jeder ältere Mensch an Alzheimer erkrankt. Bei der Bewertung solcher Zahlen ist zudem wichtig, zwischen Neuerkrankungen und bereits bestehenden Krankheitsfällen zu unterscheiden.
Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben ernst nehmen
Alzheimer betrifft nicht ausschließlich das Gedächtnis. Mit fortschreitender Erkrankung können auch Fähigkeiten nachlassen, die für ein selbstständiges Leben notwendig sind. Dazu gehören Einkaufen, Rechnungen bezahlen, einfache Berechnungen durchführen und die persönliche Körperpflege. Sprachliche Einschränkungen können sich auch beim Schreiben zeigen. Manche Betroffene haben zunehmend Schwierigkeiten, vertraute Geräte zu bedienen oder gewohnte Handlungen auszuführen. In späteren Krankheitsstadien können Verhaltensänderungen, Unruhe, Misstrauen, Ängste und sozialer Rückzug hinzukommen. Auch der Schlafrhythmus und die Nahrungsaufnahme können beeinträchtigt werden.
Angehörige sollten Ruhe und Sicherheit vermitteln
Bei der Betreuung von Menschen mit Alzheimer ist eine möglichst vertraute und sichere Umgebung hilfreich. Häufige Veränderungen des Wohnumfelds sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Gleichzeitig empfiehlt es sich, Stolperfallen zu beseitigen und feste Tagesabläufe beizubehalten. Wenn Erkrankte dieselbe Frage wiederholt stellen, sind Streit und Konfrontation wenig hilfreich. Geduld, verständliche Antworten und ein ruhiger Umgang können die Situation erleichtern. Auch die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes sowie regelmäßiger Schlaf und ausgewogene Ernährung gehören zu einer umfassenden gesundheitlichen Versorgung.
Neues lernen lohnt sich in jedem Alter
Das Erlernen neuer Fähigkeiten fordert das Gehirn auf unterschiedliche Weise. Fremdsprachen, Musik und Gedächtnisübungen können dazu beitragen, die sogenannte kognitive Reserve zu unterstützen. Fachleute empfehlen, geistige Beschäftigungen mit regelmäßiger Bewegung und sozialen Kontakten zu verbinden. Wenn Vergesslichkeit deutlich zunimmt, Fragen ständig wiederholt werden oder alltägliche Aufgaben zunehmend schwerfallen, sollten diese Veränderungen nicht allein dem Alter zugeschrieben werden. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung kann helfen, mögliche Ursachen zu erkennen.

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