Ebola erreicht Kenia: Erster Todesfall, 57 Kontaktpersonen

Der schwere Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat auch Kenia erreicht.

Ein aus dem Kongo eingereister Mann starb in Nairobi an einer Infektion mit dem Bundibugyo-Virus. Die Gesundheitsbehörden verfolgen inzwischen 57 mögliche Kontaktpersonen.
Die Ausbreitung der Ebola-Epidemie in Zentral- und Ostafrika stellt die Gesundheitsbehörden vor neue Herausforderungen. Kenia bestätigte am 6. Oktober seinen ersten importierten Ebola-Fall, nachdem ein Staatsbürger nach seiner Rückkehr aus der Demokratischen Republik Kongo in Nairobi gestorben war.
Der Mann hatte rund sieben Jahre im Kongo gelebt. Etwa einen Monat vor seiner Rückreise war er erkrankt und in mehreren Krankenhäusern behandelt worden.


Anschließend reiste er auf dem Landweg in die ugandische Hauptstadt Kampala und flog von dort am 3. Oktober nach Nairobi. Nach seiner Ankunft wurde er in einem Krankenhaus isoliert. Laboruntersuchungen bestätigten eine Infektion mit dem Bundibugyo-Virus, einer seltenen Ebola-Variante.


Gesundheitsbehörden verfolgen mögliche Kontakte
Nach Angaben von Kenias Gesundheitsminister Aden Duale stieg die Zahl der ermittelten Kontaktpersonen bis zum 7. Oktober auf 57. Zehn von ihnen konnten bereits erreicht und unter Quarantäne gestellt werden.


Die Behörden versuchen weiterhin, weitere Personen ausfindig zu machen. Dazu gehören Menschen aus dem persönlichen Umfeld des Patienten, medizinisches Personal sowie Passagiere und Besatzungsmitglieder seines Fluges. Duale betonte, dass in Kenia bislang kein größerer Ebola-Ausbruch festgestellt worden sei. Die Gesundheitsüberwachung und die Vorbereitungen auf mögliche weitere Fälle wurden dennoch verstärkt.


Mehr als 4.200 Tote im Kongo
Nach dem Lagebericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 8. Oktober wurden in der Demokratischen Republik Kongo bis zum 6. Oktober 8.728 bestätigte Infektionen und 4.205 Todesfälle registriert. Besonders betroffen sind Regionen im Osten des Landes. Die Eindämmung wird dadurch erschwert, dass für die Bundibugyo-Variante bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische zugelassene Therapie verfügbar ist.


Ebola wird durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Menschen übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und 21 Tagen.
Eine rasche Diagnose, die Isolation Erkrankter und die konsequente Nachverfolgung möglicher Kontaktpersonen gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, um weitere Infektionen zu verhindern.

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