
BMW tritt beim Management auf die Bremse: Verkleinerung um 20 Prozent
Der deutsche Automobilkonzern BMW strukturiert seine Managementorganisation neu, um Kosten zu senken und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.
In der neuen Phase, in der künstliche Intelligenz verstärkt zum Einsatz kommen soll, wird die Zahl der Unternehmensbereiche und der damit verbundenen Managementpositionen bis Mitte 2027 um 20 Prozent reduziert. BMW leitet angesichts des zunehmenden Wettbewerbs und des wachsenden Rentabilitätsdrucks in der globalen Automobilbranche eine umfassende Umstrukturierung ein. Der Münchner Autobauer will seine Managementebenen verschlanken und zugleich den Einsatz künstlicher Intelligenz im gesamten Unternehmen deutlich ausweiten.
Nach dem Plan, den das Unternehmen im Rahmen seines Capital Market Day am 30. September 2026 vorgestellt hat, sollen die Zahl der Unternehmensbereiche bei BMW und die damit verbundenen Managementpositionen bis Mitte 2027 um 20 Prozent reduziert werden. Auch auf den darunterliegenden Organisationsebenen ist eine Verkleinerung in ähnlichem Umfang vorgesehen.
BMW weitet den Einsatz künstlicher Intelligenz aus
Künstliche Intelligenz soll zu einem wichtigen Bestandteil des neuen Effizienzprogramms von BMW werden. Die Technologie soll künftig nicht nur in der Produktion, sondern auch in verschiedenen anderen Unternehmensbereichen wie Fahrzeugentwicklung, Einkauf, Vertrieb und Aftersales verstärkt eingesetzt werden.
BMW will mithilfe KI-gestützter Anwendungen Abläufe beschleunigen, Entscheidungswege verkürzen und eine schlankere Organisation schaffen. BMW-Finanzvorstand Walter Mertl erklärte ebenfalls, dass KI-Anwendungen eine wichtige Rolle bei effizienteren Entwicklungsprozessen, schlankeren Organisationsstrukturen und schnelleren Entscheidungen spielen sollen.
Separater Plan für 8.000 Stellen in Deutschland
Die Verkleinerung der Managementstruktur um 20 Prozent ist nicht der einzige Bestandteil der umfassenderen Personalanpassungen bei BMW.
Das Unternehmen hatte sich bereits im Juli mit den Arbeitnehmervertretern auf eine Neuordnung der Personalstruktur verständigt. Nach Angaben von Reuters umfasst das Programm in Deutschland rund 8.000 Stellen. Dies entspricht etwa 5 Prozent der weltweiten Belegschaft von BMW.
Im Rahmen dieses Prozesses sind freiwillige Austrittsprogramme vorgesehen. Die Personalanpassung um 8.000 Stellen und die Verkleinerung der Managementstruktur um 20 Prozent sind daher nicht als ein und dieselbe Maßnahme zu betrachten.
Mehr als 100 Führungspositionen könnten betroffen sein
Die Auswirkungen der organisatorischen Veränderungen dürften auch auf den höheren Managementebenen zu spüren sein. Nach Angaben der Financial Times gibt es bei BMW rund 65 Senior Vice Presidents sowie etwa 400 weitere Führungskräfte auf den darunterliegenden höheren Managementebenen.
Im Zuge der geplanten Umstrukturierung könnten mehr als 100 Führungspositionen wegfallen. Nach Angaben von CEO Milan Nedeljković befindet sich ein erheblicher Teil der betroffenen Stellen in München.
China-Geschäft erhöht den Druck auf BMW
Die Umstrukturierung bei BMW erfolgt in einer schwierigen Phase für die Automobilindustrie. Insbesondere der Wettbewerb auf dem chinesischen Markt, Handelsbarrieren und die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen veranlassen das Unternehmen dazu, seine Kosten und Geschäftsabläufe neu zu bewerten.
BMW will sich dabei nicht ausschließlich auf Personal und Managementstrukturen konzentrieren. Auch eine Straffung der Modellpalette, eine stärkere Regionalisierung der Produktion entsprechend den jeweiligen Märkten sowie die Ausweitung des KI-Einsatzes auf verschiedene Bereiche der Wertschöpfungskette gehören zur neuen Strategie.
Das Unternehmen plant, den Anteil der lokalen Produktion in China zu erhöhen und seine Modelle stärker an die Erwartungen der dortigen Kunden anzupassen.
BMW nennt auch seine Rentabilitätsziele
Hinter der Verkleinerung der Managementstruktur stehen auch die finanziellen Ziele des Unternehmens. BMW strebt für das Automobilsegment im Jahr 2028 eine operative Gewinnmarge von 3 bis 5 Prozent an.
Langfristig soll die Marge wieder auf 8 bis 10 Prozent steigen. Das Unternehmen rechnet damit, dieses Ziel zu Beginn des kommenden Jahrzehnts zu erreichen.
Die von BMW vorgestellten Pläne zeigen zugleich, dass die Rolle künstlicher Intelligenz in der Automobilindustrie inzwischen über Produktionslinien und Fahrzeugtechnologien hinausgeht. In der Strategie des Unternehmens ist KI eines der Instrumente, mit denen Managementprozesse verschlankt und unternehmerische Entscheidungen beschleunigt werden sollen.

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